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Info Kirchensteuer - eine Erläuterung

Neues Verfahren für Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Interview mit Oberkirchenrat Stefan Große

 

Haben Sie auch Post von Ihrer Bank oder Versicherung erhalten wegen der Kirchensteuer? In Deutschland sind auf Kapitalerträge, also z.B. auf Zinsen, Steuern zu zahlen. Festgelegt ist auch, dass, genau wie bei der Lohnsteuer, 9 % dieser Kapitalertragssteuer noch als Kirchensteuer zu entrichten sind. Neu ist das nicht. Das Verfahren dazu wird allerdings zum 1. Januar 2015 geändert. Die Sache hat für viel Verwirrung gesorgt. Der Finanzdezernent der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Oberkirchenrat Stefan Große, geht darauf ein. 

 

 

Herr Große, was ändert sich ab 2015?

Große: Die Erhebung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge wird automatisiert. Für Sie als Bankkunde entfällt der Auftrag zum Einbehalt der Kirchensteuer oder die Einbeziehung der Kirchensteuer in die Steuererklärung. 

 

Wer muss denn Kirchensteuer auf Kapitalerträge entrichten? 

Große: Nur Kirchenmitglieder. Und auch nur, wenn die Kapitalerträge über den Freibeträgen liegen, also mehr als 801 Euro betragen, bei Verheirateten mehr als 1.602 Euro im ganzen Jahr. Das ist nicht neu. Nur das Erhebungsverfahren verändert sich.

 

Was heißt das konkret, an einem Beispiel?

Große: Wer beispielsweise 1.000 Euro Zinsen und Dividenden im Jahr erhält, zahlt darauf knapp fünf Euro Kirchensteuer. Handelt es sich um ein gemeinsam veranlagtes Ehepaar sind bei 1.000 Euro weder Kapitalertragssteuern noch Kirchensteuer fällig, weil dies unter dem Freibetrag liegt. 

 

Wie funktioniert das neue Verfahren praktisch? 

Große: Banken erhalten erstmals im Herbst dieses Jahres vom Bundeszentralamt für Steuern das für die Erhebung notwendige Religionsmerkmal, also den Hinweis, ob und welcher Kirche jemand angehört. Die Belange des Datenschutzes sind gewahrt. Man kann der Datenweitergabe widersprechen – für das Jahr 2015 bis zum 30. Juni 2014. Die Bank führt dann die Kapitalertragssteuer und die Kirchensteuer automatisch ab. Bisher musste jeder bei der Steuererklärung selbst daran denken und dies angeben. 

 

Was passiert, wenn ich als Kunde widerspreche? 

Große: Dann erhält die Bank vom Bundeszentral­amt für Steuern einen neutralen Wert und behält keine Kirchensteuer ein. Allerdings müssen Sie in Ihrer Steuererklärung im folgenden Jahr diese Angaben selbstständig nachholen.

 

Wenn jemand Fragen zur Kirchensteuer hat? 

Große: … sollten Sie unser gebührenfreies Kirchensteuertelefon nutzen, einfach anrufen: 0800 – 713 713 7. 

 

 

Wenn Sie die automatische und verschlüsselte Übermittelung Ihrer Konfession an Ihre Bank oder Versicherung nicht wünschen, können Sie dem Verfahren widersprechen (für 2015 bis 30. Juni 2014). Das Formular „Erklärung zum Sperrvermerk“ (Formular ID 010156) erhalten Sie unter www.formulare-bfinv.de. Weitere Informationen zur Kirchensteuer finden Sie auch auf der Internetseite der EKM: www.ekmd.de

Thema Kirchensteuer - ein Brief

Eine wichtige Information zum neuen Verfahren hinsichtlich der Kirchensteuererhebung auf Kapitalerträge

 

Sehr geehrter Herr …,

sehr geehrte Frau …,

 

sicherlich haben auch Sie von Ihrem Finanzinstitut zu Beginn des neuen Jahres eine Information über das neue Einzugsverfahren zum Kirchensteueranteil im Rahmen der Kapitalertragsteuer erhalten. Dieses soll ab dem Jahr 2015 zur Anwendung kommen. Viele Bankkunden fanden diesen Hinweis direkt auf ihrem Kontoauszug vor, die Formulierung sorgte aber teilweise für Verwirrung. So entstand der Eindruck, dass es sich hier um neue, zusätzliche Steuerabgaben handelt. Besonders Kirchenmitglieder sind verunsichert.

 

Eines vorweg: Sie werden auch in Zukunft keine höheren oder zusätzlichen Steuern als bisher zahlen, auch keine erhöhten Kirchensteuern! Was sich ab 2015 ändert, ist lediglich das Einzugsverfahren, der Zahlungsweg wird vereinfacht.

 

Hintergrund:

Die vielfältigen, wichtigen und weit in die Gesellschaft hineinwirkenden Aufgaben unserer Kirche in Verkündigung, Seelsorge und Diakonie werden durch das Engagement aller Kirchenmitglieder getragen. Ein wichtiger Teil dieses Engagements ist die Entrichtung des Mitgliedbeitrages - der Kirchensteuer, die als Zuschlag zur Lohn- bzw. Einkommensteuer erhoben wird.

 

2009 wurde die Besteuerung von Kapitalerträgen (Zinsen, Dividenden etc.) neu geordnet und sowohl für den Bürger als auch für die Finanzverwaltung vereinheitlicht und vereinfacht.

 

Grundsätzlich sind Kapitalerträge Einkünfte, die der Einkommensteuer unterliegen. Übersteigen die Kapitalerträge die festgesetzte Freigrenze (801 € für Ledige/ 1602 € für Verheiratete), wird die Kapitalertragsteuer und bei Kirchenmitgliedern auch Kirchensteuer fällig, da letztere an die Einkommensteuer gekoppelt ist.

 

Um den Steueranspruch des Staates zu sichern, wird die auf die Kapitalerträge entfallende Einkommensteuer direkt an der  HYPERLINK "http://de.wikipedia.org/wiki/Quellensteuer" \o "Quellensteuer" Quelle eingefordert. Der zum Abzug Verpflichtete (z.B. die Bank) behält die Kapitalertragsteuer für den Bankkunden ein und überweist sie an die Finanzbehörde. Der Bankkunde muss sich nicht mehr selbst um die Abführung der Steuern kümmern. 

 

Dieses Verfahren galt bisher aber nur für die Kapitalertragsteuer, jedoch nicht für die anfallende Kirchensteuer! 

 

Soll die Bank auch die Kirchensteuer gleich einbehalten und abführen, so muss das Kirchenmitglied seine Bank bisher extra beauftragen. In einem Antrag teilt es seine Religionszugehörigkeit mit und die Bank behält die Kirchensteuer gleich mit ein. 

 

Teilt das Kirchenmitglied gegenüber seiner Bank die Religionszugehörigkeit nicht mit, müssen die Kapitalerträge zur Festsetzung der Kirchensteuer im Rahmen der Einkommensteuererklärung angeben werden. Dazu benötigt der Kirchensteuerpflichtige eine Kapitalertragsteuerbescheinigung seines Finanzinstitutes.

 

Ab dem Jahr 2015 wird dieses Verfahren nun ebenfalls vereinfacht. Der Bank wird das Religionsmerkmal als 6-stellige Kennzahl geliefert. Mit ihr kann sie die einbehaltene Kirchensteuer an die Religionsgemeinschaft weiterleiten, der der Kunde konkret angehört. Dies ist vergleichbar mit dem Verfahren beim Lohnsteuerabzug, bei dem der Arbeitgeber die Religionszugehörigkeit des Arbeitnehmers ebenfalls elektronisch mitgeteilt bekommt. Die Verarbeitung des Religionsmerkmals bei der Bank erfolgt in einer gesicherten Umgebung, d.h. für den Mitarbeiter der Bank ist die Religionszugehörigkeit des Kunden nicht einsehbar, sie wird nicht in seinen Kundenstammdaten ausgewiesen. 

 

Wer dennoch nicht möchte, dass seine Bank Daten übermittelt bekommt und die Kirchensteuer dort einbehalten wird, kann Widerspruch einlegen und einen Sperrvermerk setzen lassen. Dann müssen die Kapitalerträge zur Festsetzung der Kirchensteuer weiterhin im Rahmen der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

 

Wir hoffen mit diesem Schreiben das geplante Verfahren etwas deutlicher dargestellt zu haben. Mehr Informationen finden Sie im Internet unter  HYPERLINK "http://www.kirchenabgeltungsteuer.de" www.kirchenabgeltungsteuer.de und  HYPERLINK "http://www.ekd.de/kirchenfinanzen/" www.ekd.de/kirchenfinanzen/.

 

Ein besonderer Service für Sie: Das gebührenfreie Kirchensteuer-Telefon. Unter der Nummer 0800 713 713 7 beantworten drei Diplom-Finanzwirte Ihre Fragen rund um das Thema Kirchensteuer. 

 

Mit freundlichem Gruß

Danksagung Kirchenältester Hugo Möller

Ergebnis GKR-Wahl Kirchspiel Döschnitz 2013

Wahlbeteiligung: 48,6%

 

453 von 933 Stimmberechtigten

 

429 x Briefwahl   24 x Direktwahl  

 

3 x ungültig

Ein besonderer Dank gilt den Wahlvorständen in Meura und Sitzendorf sowie in Döschnitz und Unterweißbach für ihre hervorragende Arbeit.

Dachsanierung Kirche Meura


Die Baumaßnahme an der Kirche zu Meura ist als Gesamtmaßnahme mit den Bauabschnitten (BA) I. bis IV. geplant. Die Sanierung des Daches über dem Kirchenschiff ist als I. BA, des Turmdaches als II. BA, des Mauerwerkes als III. BA sowie der Türen und Fenster als IV. BA in der Planung.

Der Gemeindekirchenrat Meura hat beschlossen, die Sanierung des Daches über dem Kirchenschiff zugunsten der Sanierung von Turm- und Schiffdach (also I. und II. BA zusammen) auf 2014/15 zu verschieben. Hierfür gibt es zwingende Gründe:

Bei der Sanierung des Daches über dem Kirchenschiff noch in diesem Jahr muss die Kirchengemeinde bei Gesamtbaukosten von 70.100,00 € einen Eigenanteil von 25.100,00 € aufbringen. Damit wären vorhandene Finanzmittel für die weiteren Bauabschnitte im Wesentlichen verbraucht. Zur nachhaltigen Sicherung der Kirche müssen jedoch auch die Sanierung des Turmdaches sowie der Außenwände mit Eingangstür und Fenstern ausgeführt werden.

Bei der Sanierung von Schiff- und Turmdach 2014/15 werden von der Landeskirche und dem Kirchenkreis im Rahmen des Städtebau-Förderprogramms im nächsten Jahr 40.000,00 € bereitgestellt, weitere Förderungen aus dem Städtebau-Förderprogramm kommen dazu vom Land Thüringen und dem Bund. Damit benötigt die Kirchengemeinde neben den Kosten für die diesjährige Reparatur in Höhe von 1.500,00 € kaum eigene Mittel und kann in den Folgejahren auch die Mauerwerkssanierung und die Sanierung der Fenster und der Tür in Angriff nehmen. 

Die Kirchengemeinde Meura ist verpflichtet, die bereitstehenden Finanzmittel bei der Sanierungsmaßnahme nachhaltig und überlegt einzusetzen. Mit der Sanierung nur des Daches über dem Kirchenschiff noch in diesem Jahr wäre dieser Grundsatz verletzt.

Maßgeblich für die Entscheidung des Gemeindekirchenrates ist folgender Punkt:

Bisher ist die Maßnahme nicht in die Liste der durch Städtebau-Förderung unterstützten Projekte aufgenommen worden, weil der erforderliche - und uns 2012 vom Gemeinderat Meura in Aussicht gestellte - Finanzanteil der Kommune nicht gesichert war. Dieser wird nun durch Mittel der Landeskirche ersetzt. Wenn wir in diesem Jahr das Schiffdach sanieren, gilt die Gesamtbaumaßnahme als begonnen. Eine begonnene Maßnahme kann nicht mehr in das Städtebau-Förderprogramm aufgenommen werden. Die Kirchengemeinde kann den damit verbundenen Fördermittel-Ausfall - insgesamt rund 130.00,00€ - für sämtliche Bauabschnitte weder durch Eigenmittel kompensieren noch in irgendeiner Form verantworten.

 

Meura, im Juli 2013

Gemeindekirchenrat Meura

Pfarrer G. Fröbel